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Adoption — die leiblichen Eltern

Einfach ist die Entscheidung für die wenigsten Eltern, die ihre Kinder zur Adoption freigeben. Gründe für solch eine Entscheidung können das starke Gefühl sein, den Kindern wirtschaftlich nicht die Umgebung bieten zu können, in der sie sich gut entwickeln, oder auch eine Angst vor der Verantwortung, die die Erziehung eines Kindes mit sich bringt. Aber Adoption ist nur eine der Möglichkeiten, die man in solch einem Fall hat. Mögliche Alternative ist beispielsweise die Vollzeitpflege; in diesen Fällen gibt man sein Kind für eine Weile oder auch ganz in die Obhut anderer Menschen, behält aber eine ganze Reihe wesentlicher Elternrechte und den Kontakt zum Kind. Für Menschen, denen es sehr schwer fallen würde, ihre Kinder zur Adoption frei zu geben, wäre das eine besonders brauchbare Alternative.

Falls der Entschluss jedoch feststeht, sein Kind zur Adoption freizugeben, muss man sich bewusst sein, dass die in Deutschland gängige Variante der Inkognito Adoption meist dazu führt, dass man den Kontakt zum Kind gänzlich verliert. Das kann die richtige Entscheidung sein, wenn man selbst soviel um die Ohren hat, dass es unmöglich ist, sich selbst um das Kind zu kümmern und wenn man überzeugt ist, dass diese Variante auch für das Kind die beste ist. Aber die Entscheidung ist erst einmal kaum reversibel. Das Kind selbst kann erst, wenn es das 16te Lebensjahr erreicht hat, auch ohne Zustimmung der Adoptiveltern Einsicht in die Geburtsurkunde verlangen und sich so auf die Suche nach den leiblichen Eltern machen, wenn es denn möchte. Wer sein Kind zur Inkognito Adoption freigibt, muss sich also bewusst sein, dass er sein Kind wahrscheinlich für viele Jahre nicht mehr sieht, möglicherweise auch niemals mehr im Leben Kontakt zum Kind bekommt. Wer das nicht will, wem allerdings die Freigabe für eine Vollzeitpflege des Kindes als zu wenig erscheint, der kann versuchen, eine halboffene oder offene Adoption seines Kindes zu erreichen. Bei diesen Arten der Adoption bricht der Kontakt zum Kind niemals ganz ab; halboffene Adoptionen sind in Deutschland häufiger geworden, offene Adoptionen noch eher selten. Aber wie immer Sie sich als leibliche Eltern entscheiden, in erster Linie sollten Sie dabei das Wohl des Kindes im Auge haben, nicht eigene Präferenzen oder Abneigungen. „Was ist für mein Kind das Beste?“ Nichts anderes als die Antwort auf diese Frage ist wichtiger!