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Prominente und Adoption

Die Adoption eines Kindes ist immer wieder einmal in den Schlagzeilen; am bekanntesten ist vielleicht die Adoptivmutter Madonna. Im Jahr 2006 ging es durch die Presse: Madonna durfte und wollte den damals einjährigen David aus Malawi, einem Staat in Südostafrika, adoptieren. Allerdings gab es Proteste gegen diese Adoption und den Versuch, sie rückgängig machen zu lassen. Verschiedene Wohltätigkeitsorganisationen kritisierten, dass die Adoption nicht dem gängigen Recht in Malawi entspräche: Die Adoption malawischer Kinder durch Ausländer sei verboten und ein Kind müsse zudem nach malawischem Recht mindestens 18 Monate bei den potenziellen Adoptiveltern verbringen, ehe einer Adoption zugestimmt werden könne. Die Entscheidung hatte ein malawisches Gericht zu fällen, das die Adoption im Mai 2008 endgültig für rechtmäßig erklärte.

Madonna ist keineswegs die einzige prominente Adoptivmutter; Angelina Jolie und Brad Pitt haben mittlerweile eine Familie mit insgesamt sechs Kindern, von denen drei im Rahmen von Auslandsadoptionen adoptiert wurden: eins stammt aus Kambodscha, eins aus Vietnam und das dritte Kind aus Äthiopien. Viele Jahre zuvor — in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts — adoptierte etwa Josephine Baker zwölf Waisenkinder mit unterschiedlicher Hautfarbe, um auf diese Weise gegen Rassentrennung zu protestieren. Bekennender Homosexueller, dem mit seinem damaligen Lebenspartner die Adoption eines russischen Kindes gelang, ist der Volksmusikstar Patrick Lindner.

Wie man sieht, auch Prominente entscheiden sich für Adoptionen und das aus unterschiedlichsten Gründen. Manch einer mag kritisieren, dass hier der Promistatus geholfen hat und viele potenzielle Adoptiveltern, die vielleicht (!) besser als Eltern geeignet wären, einen viel schwereren Weg zu gehen haben. Aber so ist das halt mit dem Prominentenstatus: Er gewährt eine ganze Reihe von Vorteilen, hetzt einem dafür aber öfters einmal Paparazzi auf den Leib. Aber ob Adoptiveltern nun prominent sind oder nicht, es soll hier noch einmal betont werden: Das Wichtigste bei einer Adoption ist und bleibt das Wohl des adoptierten Kindes. Ein Kind ist kein Schmuckstück, sondern jemand, der Liebe und Verantwortung einfordert. Nicht, dass wir generell denken, dass die hier erwähnten Prominenten sich dessen nicht bewusst sind oder waren, wir wollten es einfach noch einmal betonen… weil es so wichtig ist!